Kreuzberger Notizen.
Von Eike Stedefeldt.


Das Unterbewusstsein spielt einem zuweilen böse Streiche. An diesem warmen Sonntagabend lässt mich das meinige kurz vor halb sieben aufs Rad steigen und in Richtung Südstern strampeln. Stunden später werde ich mich ärgern: Warum bloss bogst du statt in den Volkspark Hasenheide in den Luisenstädtischen Kirchhof ein? Warum fuhrst du nicht zum Urbanhafen, um dort Erdbeer- oder Schokoladeneis zu essen? Und mein Unterbewusstsein wird ungefragt antworten: Weil du, verdammt noch mal, nicht nur irgendein Kreuzberger Schreiber bist, sondern auch ein schwuler Mann und weil du einem Kieznachbarn, der das auch war, die letzte Ehre erweisen musstest.

Ich kannte ihn ja gar nicht, werde ich mein Unterbewusstsein belehren, und es wird abwinken: Du hast ihn aber erkannt. Erkannt, als das spitzbübische Konterfei "Ihres Kandidaten für den Bundestag in Friedrichshain-Kreuzberg-Prenzlauer Berg" am Laternenpfahl vorm Haus hing, du ihn am SPD-Infostand sahst, gross und schlank. Oder hast du vergessen, dass Männer wie ihr einander wortlos erkennen - an Gesten, an Blicken, die einen Moment zu lange in den Augen des Vis-â-vis verweilen, an der Art, sich zu bewegen, am offengelassenen unteren Knopf der Jeans? Dachtest du seinerzeit nicht: Mensch, Junge, da hat die Agentur dich fürs Foto in diesen mausgrauen Anzug gezwängt, dich, dessen Bestimmung figurbetontes Karohemd und freches Basecap sind!

Wie sollte ich das vergessen haben, werde ich entgegnen. Aber das erkläre längst nicht, warum ich an dem zwei Tage alten Grab vom Rad stieg. Immerhin sei der Verstorbene ein politischer Gegner gewesen: Wer, liebes Unterbewusstsein, entwarf denn die geschichtsfälschende Präambel des rot-roten Koalitionsvertrages? - Darauf wird mein Unterbewusstsein die Stirn runzeln: Das war dir auf dem Friedhof so egal wie seine Kritik an Klaus Wowereits unsozialer Politik. Du warst einfach wütend wegen der verlogenen Zeitungsberichte und Traueranzeigen.

Wohl kaum grundlos, werde ich raunzen und zitieren: "Unser langjähriger Genosse und Freund Andreas Matthae ist am Freitag, den 20. August, beerdigt worden. ... Mit grossem Engagement hat Andreas für die Ziele des demokratischen Sozialismus gearbeitet und gekämpft ... Wir konnten uns auf ihn und seine Solidarität verlassen ...". Und umgekehrt? War ihnen die Lebensweise ihres 35-jährigen Hoffnungsträgers nicht sogar noch peinlich, nachdem er sich erhängt hatte? Lieferten sie mit deren Verschweigen ihren "guten und verlässlichen Freund" postum nicht ebenso dem Boulevard aus wie die seine Beweggründe aufs Geschäftliche stutzende, traditionell SPD-nahe Berliner Zeitung? "Das Motiv für den Freitod waren offenbar hohe Schulden. Bis vor kurzem führte Matthae zwei Gaststätten im Regierungsviertel ... Matthae war erst im vergangenen Herbst zusammen mit einem befreundeten Physiotherapeuten nach Prenzlauer Berg gezogen.".

Du tust, wird mein Unterbewusstsein in den Sarkasmus flüchten, als wüsstest du nicht, dass für euch Perverse seit jeher Springer und Konsorten zuständig sind, die euch dann am meisten lieben, wenn ihr euch umbringt. Ergötzte sich nicht die B.Z.: "In seinem Abschiedsbrief schrieb er von Schulden und Liebeskummer. Am Ende konnte er diese Last nicht mehr tragen." Und präsentierte die B.Z. den Geliebten nicht mit Augenstreifen wie einen Verbrecher: "Vor sechs Wochen brach die private Welt des SPD-Landesgeschäftsführers zusammen: Sein Lebensgefährte Ulf W., 33, mit dem er ein Jahr zusammen in der Altbauwohnung an der Hufelandstrasse gewohnt hatte, war gegangen. Der Physiotherapeut nahm sich in Rudow eine neue Wohnung. Die Liebe war erloschen.".

Trotzdem, werde ich mich bei meinem Unterbewusstsein beschweren, hättest du mich besser vor der unangenehmen Begegnung am Grab bewahrt. Tut mir leid, wird es sich rechtfertigen, niemand konnte ahnen, dass beim Notieren des bündnisgrünen Schleifengrusses plötzlich eine Fremde hinter dir stand und fragte, ob es so wichtig sei, wer hier Kränze niedergelegt habe. Wie hättest du in der Situation die arglistige Stimmabtretungskampagne der grünen Parteikorona zugunsten Christian Ströbeles erwähnen können, die Matthae das sicher geglaubte Bundestagsmandat kostete und in schwere Depressionen stürzte, oder dass derselbe Ströbele am Tag nach dem Suizid den Konkurrenten zynisch als "sehr fairen Wahlkämpfer" lobte? Dir blieb nichts, als der Frau dein Mitgefühl zu bekunden und dich diskret zu entfernen, weil sie des Toten Mutter war.

Lauflauf


(Die Kolumne "Kreuzberger Notizen" schreibt Eike Stedefeldt seit Herbst 1998 für jede Ausgabe der politisch-literarischen Zeitschrift "Ossietzky", das Folgeblatt der historischen "Weltbühne". Ein erstes "Kreuzberger Notizbuch" ist im Verlag dieser Zeitschrift erschienen. Näheres unter www.stedefeldt.de - (Die Red.)).

Sascha B.: Schöner Artikel (jaja, ich gebe zu: für die Pietà bin ich verantwortlich), aber die Schmähung von Christian Ströbele verstehe ich nicht. Die Entscheidung im Kreuzberger Wahlkreis war absehbar auf "knirsch". Viele KreuzbergerInnen haben mit der Erststimme Ströbele gewählt, der ja nun wirklich irgendwie sowas wie der letzte linke Grüne ist. Matthae galt vielen Leuten - und ich glaube auch: zu recht - eher als Sozikarriereyuppie. Und im übrigen, mal ganz naiv: Wie kann mensch ein Mandat derart in seine Lebensplanung einbauen? Das ist ziemlich abgefuckt. Oder: Wozu sind Wahlen eigentlich da?  
Eike Stedefeldt: Stimmt, Ströbele ist der letzte linke Grüne, und zwar der allerletzte. Ich habe Wahlveranstaltungen erlebt, wo sogar sein CDU-Konkurrent Kurt Wansner ihn spielend links überholte. Ob Bomben auf Belgrad, Sozial-, Renten- und Gesundheits-„reform“, „Innere Sicherheit“, 30 Jahre Restlaufzeit oder auch, lokal gesehen, die unsinnige Privatisierung der hochprofitablen Kreuzberger Bundesdruckerei durch Rot-Grün mit der Folge von Massenentlassungen und drohenden Konkurses: der „irgendwie letzte linke Grüne“ menschelte lauthals moralische Bedenken und hob dennoch immer willig das Händchen. Da war keine Schweinerei zu groß, kein Menschenleben und internationaler Vertrag zu bedeutend.  
Eike Stedefeldt: Was hingegen Matthae betrifft: Es steht mir nicht an (und ich denke auch niemandem sonst), den Einbau seines Berufs in seine Lebensplanung zu kritisieren (sondern allenfalls dessen fehlerhafte und folgenreiche Ausübung), und das erst recht nicht im Hinblick auf die letztlich tragischen psychischen Folgen seines Scheiterns. Berufspolitiker – ob Sozial- oder Asozialkarriereyuppie oder nicht – leben vom Gewähltwerden, von Mandaten und Posten. So, wie Journalisten vom Gedruckt-, Gesendet- und Honoriertwerden.  
Der letzte linke Grüne: "Mitte Februar 1991 mußte Christian Ströbele nach heftigen inner- und außerparteilichen Protesten vom Posten des Bundesvorstandssprechers der Grünen zurücktreten, als er am Tag vor seiner Israel-Reise per Zeitungsinterview formulierte, 'die irakischen Raketenangriffe sind die logische, fast zwingende Konsequenz der Politik Israels'."  diskus
Fürwitziger: Geil. Ein Text mit langen Sätzen. Die hinten noch wissen, wo sie vorne hinwollten. Nur die Springerkritik scheint anachronistisch. Wurde nicht Westerwelles Coming-Out abgefeiert in "Bild"? (Wenn auch mit einem drohenden "Der Narr wird uns noch nützlich sein.") Beobachten keine Bürger mehr den Springerkomplex, die uns das auch noch erklären könnten?  
MC: Zumal sich Springer heutigen Montags mit der homophilen Scheitelgazette "Der Freund" auf den Markt stellt.  
heutiger Freitag: "heutigen Montags"?  
Eike Stedefeldt: Ja, Westerwelles Coming-out wurde in "Bild" "abgefeiert", und zwar als Teil einer übliche Kampagne, die ihren homophoben Kern nur schwer verbergen konnte: "Wie schwul ist Deitschland" hieß es tags darauf eher warnend als neugierig auf dem Titel, und ungeniert wurden sogar frühere schwulenfeindliche Stadion-Beschimpfungen aufgewärmt: "Klinsmann kommt mit Bierhoff!"  
Sascha B.: Mir ging es eher um die Wahrnehmung von Ströbele und Matthae bei diesem Kampf ums Direktmandat und nicht um ein Urteil, wer denn nun von beiden "linker" ist. Und, Eike, ein "Einbau des Berufs in die Lebensplanung" (skurile Formulierung übrigens) ist das Allerüblichste. Ich finde es nur unglaublich, derart vabanque zu spielen, dass man einen Wahlsieg fest einkalkuliert und wenn er dann nicht eintritt, offenbar vor dem Abgrund steht. Die Spingerkritik erscheint auf den ersten Blick in der Tat anachronistisch - so wie die BILD-Zeitung auf den ersten Blick schwulenfreundlich erscheint. Will sagen: Erprobt doch mal, wie Eike, den "zweiten Blick".  
Goldmund: Hi, ich verstehe an Deinem Artikel nicht, Eike, inwiefern SPD oder nahe stehende Medien Matthaes Homosexualität ausgeklammert haben. Ich habe über seine privatn Enttäuschungen etc. gelesen, ich glaube in der Berliner Zeitung. Dass Springer und Co so reaktionär schreiben, wie sie eben immer schreiben, ist doch klar. Aber die SPD-Führung kann doch in der Beileidsbekundung schlecht schreiben: "Wir trauern um unseren schwulen Freund Matthae." Also, der SPD, gerade der in Kreuzberg, muss man vieles vorwerfen. Aber ich erkenne aus Deinem Artikel nicht, dass man ihr Homophobie vorwerfen kann.  
Grinsekatze: "Von toten nichts, wenn nichts Gutes" heißt es ja. Ich versuche mich daran zu halten. Aber Einen Wahlsieg, und damit die Entscheidung der angeblich freien Wähler vorher als ausgemacht zu betrachten ist nicht sehr demokratisch. Und Herr Ströbele wird sicher auch das Mandat wohlwollend in seiner "Lebensplanung" bedacht haben. Ist es ihm anzukreiden, dass er wie jeder Kandidat gewählt werden möchte?  
Grinsekatze: Nicht jeder Verstorbene eignet sich gleich zum toten Helden und nicht jeder Schwule ist nur ein Opfer der Umstände. Und auch Sie, Herr Stedefeldt, sollten sich überlegen, wie weit ein schwarz-weiss-Denken sich für die Wahrnehmung eines individuellen Lebens eignet. Das Leben und das Ende des Herrn Matthae ist eine Tragödie, das ist sicher. Aber er ist deswegen noch lange kein tragischer Held, meine ich.  
Eike Stedefeldt: Matthae hat recht offen schwul gelebt. Aber in Zeiten, da schwule Politiker sogar einen Bonus bei Wahlen haben, hat die SPD es (sogar in Kreuzberg!) tunlichst vermieden, ihn auf Wahlplakaten, Flyern oder Wurfsendungen an die Haushalte (ich hab das Zeug noch da) als solchen auch nur erscheinen zu lassen. Das würde mit Heteros nie passieren; sie werden immer fein und adrett mit Anhang und Kinderlein präsentiert. Das war mit dem Verscheigen gemeint.  
Eike Stedefeldt: Insofern war die SPD freilich postum nur konsequent; kein SCHWUSO hat kondoliert, obwohl die doch sonst so stolz sind auf jeden Homo-Genossen in Amt und Würden, und in den sozialdemokratischen Traueranzeigen wurde er NUR auf den Politiker und Freund reduziert, obwohl es ein ranghoher Genosse war, der die Leiche und den Abschiedsbrief des doch so beliebten schwulen Mitstreiters fand, der sich u.a. wegen des Zerbrechens seiner Beziehung umbrachte.  
Eike Stedefeldt: Ach und wissen Sie, liebe Grinsekatze, da werfen Sie mir Schwarz-Weiß-Denken vor angesichts eines Nachrufs, der explizit auf Zwischentöne baut und den politischen Gegner in seiner Tragik als Menschen mit Widersprüchen behandelt und gegen seine Freunde verteidigt, und lassen im selben Atemzug den Respekt vor dem Toten vermissen. Sprache ist verräterisch, werte Graustufenexpertin: Welche latente Mißachtung liegt doch in einer Sentenz wie "das Ende des Herrn Matthae".  
Sascha B.: Eike, das "Problem", das offenbar viele Leute hier haben, ergibt sich daraus, dass Dein einfühlsamer Nachruf sich mit dem gebotenen Verhalten eines Berufspolitikers schlicht nicht "kurzschliessen" lässt. Auch ich habe A.M. immer nur als einen dieser abgefuckten Karriere-Yuppie-Politiker wahrgenommen, und ich denke immer noch, dass diese Wahrnehmung im Grunde nicht falsch war. Um es letztlich ganz böse zu sagen: Dieser Selbstmord war konsequent! Sorry.  
Grinsekatze: Herr Stedefeldt, die Formulierung "das Ende des XXX" halte ich für eine ganz gebräuchliche Umschreibung für "Ableben". Schwarz-Weiß-Denken werfe ich Ihnen vor, weil hier ein uraltes Cliche der Szene bedient wird: Die konservativ-heterosexuelle böse Gesellschaft die sich gegen den armen Homo verschworen hat.  
Grinsekatze: Als Beispiel nur Ihre Formulierung von der "arglistigen Stimmabtretungskampagne der grünen Parteikorona". Bei ihrem Artikel kann den unbedarften Leser tatsächlich der Eindruck überkommen, es habe sich alles gegen Herrn Matthae verschworen, nur weil dieser homosexuell war. Den nicht minder tragischen Freitod des Uwe Barschel hat ja auch keiner mit seiner Heterosexualität in Verbindung gebracht.  
ein Bekannter: Werter Herr B. Wahrnehmung und Wahrheit fallen nicht selten auseinander. Andreas war eben nicht der "abgefuckte Karriere-Yuppie" und vielleicht erklärt das die Distanz einiger seiner GenossInnen zu ihm sowie die Wertschätzung anderer für ihn sogar mehr als seine Homosexualität. Was eingeplant war oder nicht ist egal. Ist es so schwer verständlich, dass wenn man ein Ziel verfehlt, das man sich fest vorgenommen hatte zu erreichen, in Depressionen verfallen kann? Wer Andreas gerecht werden will, sollte nicht allzu viel auf die Presse geben, egal ob BILD oder Berliner.  
Sascha B.: Was mir unverständlich ist, ist allein A.M.s "Russisch Roulette". Ein Mandat fest einzukalkulieren,um sich - auch ökonomisch - zu retten, finde ich mehr als zweifelhaft. Auch ich habe schon öfter mal vabanque gespielt - aber eben nicht ohne eine letzte Absicherung. Im übrigen halte ich Selbstmord für absolut legitim. Wenn man eben nicht mehr länger leben möchte... Und ich wünschte mir von sehr viel mehr gescheiterten Yuppie-Affen, dass sie sich konsequenterwiese umbrächten!  
eine andere Bekannte: Hallo Herr B., gehören Sie nicht auch irgendwie zu diesen "gescheiterten Yuppie-Affen"? Oder was sind Sie für einer?  
Sascha: Wenn Du das Wort "Yuppie-Affe" in meinem Falle durch ein passenderes ersetzt, bin ich möglicherweise einverstanden. Aber was soll das hier belegen? Ich jedenfalls habe das "Vabanque-Spielen" aufgegeben. Das ist nämlich kein lustiges Spiel: Es kann (s.o.) zum Tode führen.  
häßlich Herr B. , häßlich: dem Feinde (den Yuppi-Affen) den Tod wünschen - und sie sollen es dann auch noch selber machen, damit man sich nicht die Finger schmutzig machen muss, häßlich Herr B. , häßlich ihre Gedanken Herr B..  
die lästernde (andere) Bekannte: genau! wie sollen sich denn Yuppi-Affen suizieren, mit gutem deutschen Gas? mit der feigen Überdosis? oder mit blutigem Schnitt? Überlege doch bitte mal vorher, was Du hier für eine Scheiße von Dir gibst, Sascha B.!  
blacksheep: http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/10.09.2004/1350460.asp  Klick
noch ein bekannter: ihr heuchler! so einen yuppiecide-ausbruch hat ja wohl jeder schon mal gehabt, den die verhaeltnisse ankotzen. und natuerlich sollen sies selber tun. sie zeigen damit, dass sie über einen restanstand verfuegen. die japaner sind da schon weiter, da begehen manager manchmal harakiri.  
Sascha B.: Nee, schon gut, das war ein echter Hassanfall; sowas ist zweifellos pubertär (nicht mehr das das!), kommt aber schon mal vor. Ich habe nach der Hardcore- eine Tangoplatte aufgelegt und dann war's wieder gut. Den Verdacht, dass hier bei einigen Leuten eine Spiessermoral hineinspielt ("Über Tote nur Gutes!") werde ich allerdings nicht so schnell los.  
Sascha B.: @ Grinsekatze: Vor dem Vergleich mit dem korrupten, intriganten, verlogenen rechten Waffenschieberkomplizen Uwe Barschel sollte man aber Andreas Matthae nun doch in Schutz nehmen: das hat er bestimmt nicht verdient.  
Andreas K.: Ist es für Homosexuelle derart inakzeptabel, wenn ihre Andersartigkeit heuer gar nicht mehr als solche gilt; wenn Schwulsein, wie im Falle des Andreas Matthae und insbesondere in Großstädten, zur gesellschaftlichen Normalität wird? Muss sich die Presse, müssen sich die Parteifreunde dann vorwerfen lassen, dieses Merkmal vorsätzlich zu verschweigen, anstatt explizit darauf hinzuweisen? Wie pervers ist es denn, zu fordern, die Homosexualität eines Kandidaten zu Stimmenfangzwecken im sog. alternativen Milieu in den Vordergrund zu stellen, gerade so wie es die heterosexuellen Spießer mit "Anhang und Kinderlein" in ihrer Wahlwerbung vormachen?  
Andreas K.: Wurde Matthae nicht ohnehin schon rund genug geschliffen, so dass er auf seinen Plakaten bald wie ein Frank Steffel wirkte? Wundert's etwa, dass sein geheucheltes rotes Krawättchen dem albernen aber wenigstens authentischen roten Schal von Ströbele unterlag? Mich nicht. @blacksheep: Danke für den  Link!
Spiegel-Leser: ...  wissen mehr?
cilly.hess@t-online.de: Hallo, der Artikel hat mich tief berührt. Cilly H.